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Überhorizontradare auf Kurzwelle

Das Überhorizontradar bildet eine Besonderheit unter den Radaranlagen. Es arbeitet nicht im Bereich der Radarwellen, also der sehr hohen Frequenzen, sondern im Bereich der niedrigen Kurzwellen.

Der Grund ist folgender: Eine gewöhnliche Radaranlage benötige eine quasi-optische Sichtverbindung zum Objekt. Will man nun ein Objekt erfassen, welches sich weite außerhalb des Sichtkontaktes befindet, benötigt man Wellen, welche der Erdkrümmung folgen. Dazu eignen sich aufgrund Ihrer besonderen physikalischen Gesetzmäßigkeit Kurzwellen (vg. Bereich Technik), da diese Wellen bekanntlich an der Ionosphäre gebrochen und zur Erde zurückgeworfen werden. Durch diesen Effekt wird eine Ortung über den Horizont hinaus ermöglicht -> 'Überhorizontradar'. Es wird eine nahezu erdumspannende Reichweite erzielt, wobei allerdings die Auflösung und somit die Ortungsgenauigkeit verglichen mit einem gewöhnlichen Radar im SHF-Bereich stark abnimmt.

Die Signale eine Überhorizontradars sind recht stark und impulsförmig bei einem recht breiten Frequenzspektrum. Aufgrund ihres Klanges werden sie unter Fachleuten auch 'Woodpecker' (engl. 'Specht') genannt. Solche Signale findet man vorallem im Bereich zwischen 10 bis 20 MHz.

Ein kleines Rechenbeispiel: Die Pulsfrequenz eines solchen Radars beträgt beispielsweise ca. 10 Hz. Das entspricht einer Signallaufzeit von 100 ms. Bei einer Entfernung von rund 30.000 km macht das eine theoretische Ortungsreichweite von 15.000 km.

Empfangstipps

Beobachten kann man die russischen Signale vorallem im Bereich zwischen 14010 und 14100 kHz. Erkennungsmerkmal ist der bereits erwähnte 'Specht'.


Die Anlagen der NATO befinden sich vermutlich auf Zypern und werden gelegentlich auf einer der folgenden Frequenzen beobachtet: 14330, 14350, 18075, 18090, 21060, 21090, 21130, 21200, 21320, 21370, 21430, 28080, 28140 und 28250 kHz. Erkennungsmerkmal: Ein undefinierbares Rattern und Blubbern.

Überhorizontradare wurden vor allem zu Zeiten des kalten Krieges von der Sowjetunion eingesetzt. Die nachstehenden Bilder zeigen Ansicht und Standort einer ausgediente Anlage in der Nähe von Tchernobyl in der heutigen Urkaine.



Auch heute noch senden viele solcher Radaranlagen aus Russland, wobei neuere Technologien zum Einsatz kommen. Auch die NATO unterhält derartige Systeme. Die durch sie verursachten Störungen auf Kurzwelle sind jedoch stets die selben.

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